Mittwoch, 29. August 2012

Unruhe


 

Unruhe …


Kreischende kleine Dämonen schwirrten um ihn herum …

Zupften an seinem Mantel … kicherten wie wahnsinnig …

Er scheuchte sie mit einer Handbewegung weg … konnte sie heute nicht ertragen …

 … plagte ihn doch sein eigenes Inneres …

Doch sie ließen nicht ab …

Mit einem lauten „arrrg!!!“ schlug er um sich … die Dämonen flüchteten angsterfüllt

…


„Seltsam“ dachten sie … war er doch sonst bereit sie zu ertragen …


Er senkte wieder seinen Blick zu den alten Pergamenten die vor ihm lagen …


„Nichts … nirgends … gar nichts!“ … grummelte er vor sich hin …


… und mit einer Handbewegung fegte er sie von dem Tisch …


„Wie kann dies sein? … all das Wissen und keine Antworten auf meine Fragen!?“


Enttäuscht nahm er seinen Stab der neben Ihm ruhte und schritt die Treppen hinauf …

… „Vielleicht wissen es die Sterne ja …“ murmelte er vor sich hin …


Stufe für Stufe erklomm er seinen Turm …


Wieder hatte er dieses Gefühl das ihn seit Tagen schon verschlang …


Diese Dinge die in seinem Inneren wüten und ihm keine Ruhe gönnten …

… er versuchte sie zu vertreiben …

… dann sie zu verstehen …

… dann sie zu vergleichen … doch er kam zu keinem Ergebnis …


Denn es konnte nicht sein … es durfte nicht …


Mit diesen Gedanken nahm er die letzten Stufen seiner Treppe … öffnete die Tür und betrat die weitläufige Ebene die seinen Turm krönte …


Sehnsüchtig blickte er in den Himmel …

Wolken … überall …

Sanft hob er seinen Starb und wischte sie aus seinem Blickfeld …


Die Wolken gehorchten und gaben die Sterne frei …

Vorsichtig lugten zwei drei der Dämonen hinter der Tür hervor die noch immer offen stand …

Beobachteten jenen grauen alten Mann der da stand und in den Himmel starrte …


Die Zeit verrann … immer mehr Dämonen kamen leise kichernd wieder aus ihren Löschern gekrochen …

Blickten … betrachteten … warteten auf das was nun geschah …

.. doch vergebens … denn nichts geschah …


Nach langer Zeit senkte der alte Mann seinen Blick … lies sich in jenen Thron fallen der im Zentrum stand …


Kichernd näherten die kleinen Quälgeister sich wieder dem alten Mann ... schwirrten um ihn herum … zupften an seinen Haaren … flüsterten ihm böse Dinge in seine Ohren …


Geheimnisse die sonst keiner verstand…


Kichernd – Kreischend umtanzten sie ihn …


Einer landete auf seiner Hand …


Lange blickte der Alte ihn an … während dieser mit einem kleinen Speer seine Hand malträtierte …


Sanft hob er seine andere Hand … strich vorsichtig über das Haupt des Dämons …

Fast väterlich sah es aus …


Dann änderte sich sein Blick – verkrampfte sich zu einer Maske …

Sein inneres Tobte wieder … wollte nicht ruhen ... wollte nicht antworten …


Die Unwissenheit zerriss ihn fast … krampfhaft schloss sich seine Hand …

Der kleine Dämon kreischte auf … wurde er doch fast zerquetscht …


Plötzlich bäumte sich der Alte auf ... riss seine Hände gen Himmel und schrie all seine Zweifel den Sternen entgegen …
 
Diese verschwanden wie in furcht wieder hinter den Wolken ... verbargen ihr Licht aufs neue
...

Feuer und Schatten loderten um ihn herum auf … umringten ihn ... verschlangen ihn …


„Zeig dich endlich – Geist der mich so quält … Offenbare dich – damit ich es endlich verstehen kann!!!“

–  doch nur Stille folgte -
 

Dann viel der Alte wieder zurück in seinen Thron …

Merkte das winseln und flehen …

Öffnete sanft seine Hand …


Der Dämon erschrocken und verstört, endlich wieder Freiheit fühlend … versuchte sich aufzurichten …


„Verzeih“ sprach der Alte … und schubste ihn mit seinem Finger an …

Mit einem leisen knurren und einer frechen Geste mit seiner Zunge verschwand der Dämon wieder in dunkler Nacht …

Zurück blieb der alte Mann … noch immer nicht wissend was da in ihm tobte …

 © Phönix 06.03.04

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