Wolfsträume
III
… einsam stehst du an
deinem Fenster …
…blickst hinaus in die
kühle Nacht …
…wieder einmal wird es
Winter …
… der Nebel hängt über
den Hügeln …
… deine Gedanken wandern
in die Ferne …
Ferne Orte … ferne Zeiten
… einst … so weit weg …
… müde wendest du dich ab
… schließt das Fenster …
…wendest dich deinem
Bette zu …
Doch was war das? …
…ein Schatten der an
deinem Fenster vorbeihuschte?
... es war wohl doch nur
die Müdigkeit die dir einen Streich zu spielen versuchte …
Doch halt? … scharren? … tapse? … …
Du gehst zurück zum
Fenster … schaust in die Nacht … …
Der Mond ist über die
Hügel geklettert …
… und da steht er … Grau
wie einst …
Jener aus ferner Zeit …
aus altem Traum…
Auf der Spitze des Hügels
…
…umrandet vom Licht des
Mondes…
Der Wolf von einst … der
Graue aus (d)einem fernen Traum …
Und wieder hörst du die
Stimme in deinem Kopf …
„Ein Gefängnis ist dein
Sein geworden … gebaut aus dem Stahle deiner selbst …
… hast du verlernt zu
laufen? …
… Lauf … Lauf! …
…Lauf mit mir!
Oft schritt ich in
Gedanken an deiner Seite …
Immer wart ich da –
verborgen in deinem Schatten …
… doch heute Nacht lauf mit mir …“
Du stehst da … hin und
her gerissen … laufen wollen doch das ganze als Fantasy abtuend …
… der Graue schreitet
langsam den Hügel hinab … hinab zu deinem Fenster …
… seine Schritte von
Nebel umhüllt …
…seine Gestallt sich verändert …
… er erreicht dein
Fenster …
doch statt des Wolfes steht ein Manne da …
Das Fenster schwingt
lautlos auf … kühle Luft umspielt deinen Leib …
„Nimm meine Hand … … lauf
mit mir …
Folge mir wie einst in
die Nacht … Lauf … und sei es nur im Traume
… im Traume wie einst …“
Zitternd …
…ob vor Kälte oder Angst
… wer weis das schon zu sagen … …ergreifst du seine Hand …
Ein lächeln huscht über
sein Gesicht … dann zieht er dich hinaus … hinaus in die Nacht …
Die Kälte versucht dich
zu durchkühlen … doch die Hitze die in deinem Herzen aufkeimt gibt ihr keine
Chance …
Dein Körper verwandelt
sich in dein Seelentier …
Nebel umspielt euch
Du erinnerst dich an
einst …
…du läufst … Ihr läuft …
doch diesmal ist es anders …
... diesmal durchfliegt ihr
die Nacht nicht euch jagend und suchend … sondern Seite an Seite …
Und auch wenn die Nacht
erlischt – und der Traum doch nur ein Traume war … so ist doch eines gewiss:
Du bist nie allein!
©Phönix 09.11.06
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